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Wissensmanufaktur
Der Fokus unserer Wissensmanufaktur liegt neben den permanenten Untersuchungen der aktuellen Wirtschaftslage auch in der Hinterfragung der gesamten wirtschaftlichen Ordnung.
| NATO verliert Boden in Afghanistan - Taliban in 97 Prozent des Landes aktiv |
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| Geschrieben von: Wolfgang Jung, Luftpost Kaiserslautern |
| Donnerstag, 17. September 2009 um 10:04 Uhr |
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Report: Boden verloren, Taliban decken 97 Prozent Afghanistans abVon Virginia M. Moncrieff, HUFFINGTON POST, 11.09.09 Neue Untersuchungen haben ergeben, dass die Taliban auf 80 Prozent des afghanischen Territoriums dauerhaft präsent sind und sogar 97 Prozent des Staatsgebiets mit beachtlichen Aktivitäten überziehen. Seit 2007 registriert der International Council on Security and Development / ICOS (der Internationale Rat für Sicherheit und Entwicklung) die Taliban-Operationen in Afghanistan, indem er die täglichen Berichte unbeteiligter Dritter über Ereignisse verfolgt, an denen Taliban beteiligt waren. Von anhaltender Aktivität wird ausgegangen, wenn "wöchentlich mindestens ein Angriff oder mehrere Überfälle von Aufständischen stattfinden, bei denen Verletzte oder Tote zu beklagen sind". (Informationen zum ICOS hier und hier) Sogar diese neuen Zahlen, die den Taliban bestätigen, auf 97 Prozent des afghanischen Territoriums aktiv zu sein, nannte die ICOS-Präsidentin, Frau Norine McDonald Q.C. im Gespräch mit der Huffington Post eher "konservativ", also noch untertrieben. (Q.C. steht für Queen's Counsel; der Ehrentitel wird in Ländern, die einmal zum britischen Commonwealth gehört haben, nur an besonders erfahrene und erfolgreiche Anwältinnen oder Anwälte vergeben.) "Es sind schlimme Zahlen und schlechte Nachrichten," erklärte Frau MacDonald. "Die Taliban sind erfolgreich, ihre Strategie und Taktik funktionieren, unsere aber offensichtlich nicht. ... Es geht weniger um die Frage, wo sie operieren, als um die Frage, wo sie noch nicht operieren." Wegen der Instabilität und der Unsicherheit nach den Wahlen am 20. August, bei denen es zu umfangreichen Wahlbetrügereien gekommen sein soll, und wegen einer beunruhigenden Zunahme der Gewalt und der Todesfälle, sei ein zunehmender Niedergang Afghanistans zu beobachten, wird in der Untersuchung festgestellt. Bisher war der Norden Afghanistans verhältnismäßig stabil, und es gab nur wenige Aktivitäten von Aufständischen. Die neuen ICOS-Daten belegen, dass jetzt auch die nördlichen Provinzen Kunduz und Balkh "unter schweren Gewaltakten der Taliban leiden" und dass im gesamten nördlichen Bereich eine dramatische Zunahme der Überfälle von Aufständischen zu beobachten ist. Frau MacDonald äußerte, die zunehmende Präsenz der Taliban im Norden sei alarmierend und nicht "einfach zu erklären"; sie habe mehrere Ursachen: den leichtenZugriff auf die Nachschubwege der US-Truppen, die relativ guten Straßen und ein weniger dynamisches Eingreifen der NATO. (Damit ist wohl die bis vor kurzem praktizierte relative Zurückhaltung des deutschen ISAF-Kontingents gemeint.) Die in früheren "Entwicklungsberichten" veröffentlichten Erkenntnisse des ICOS wurden von der NATO und internationalen Diplomaten meist zurückgewiesen. Da jedoch keine anderen Zahlen veröffentlicht werden, liefern nur die ICOS-Angaben verfügbare Hinweise, denen vertraut werden kann. "Es gibt keine offiziellen Veröffentlichungen der NATO, der UNO oder der afghanischen Regierung, die Aufschluss über die tatsächliche Situation geben könnten," teilte Frau MacDonald mit. "Falls die Lage auf Landkarten erfasst wurde, hat man bisher von einer Veröffentlichung abgesehen. Man hat uns auch noch keine andere Methode vorgeschlagen, mit der sich die Lage besser beurteilen ließe." Es wird erwartet, dass US-General Stanley McChrystal, der Oberkommandierende in Afghanistan, noch mehr Kampftruppen anfordern wird. Der Vorsitzende des Armed Services Committee (des Verteidigungsausschusses), der einflussreiche Demokrat Carl Levin, sagte am Donnerstag, er werde der Entsendung zusätzlicher Kampftruppen nach Afghanistan nicht zustimmen, wenn die Ausbildung der Armee und der Polizei Afghanistans nicht endlich entscheidend verbessert werde. Luftpost Kaiserslautern hat den Artikel komplett übersetzt und mit Anmerkungen in Klammern und Hervorhebungen versehen. Anschließend drucken wir den Originaltext ab. (Quelle: Luftpost Kaiserslautern) |







